Ausgleichskasse des Schweizerischen Gewerbes | Caisse de compensation des arts et métiers Suisses | Cassa di compensazione dell'artigianato Svizzero
 
d | f | i     
Startseite | Über uns | AHV | IV | EO | MSE | EL | FZ | PK | Online Shop | Berechnungen | Mitgliederdaten | PartnerWeb  

Die Familienzulagen (FZ)


Rechtliche Grundlagen
Die Familienzulagen in der Schweiz sind in zwei Bundesgesetzen geregelt:

  • Bundesgesetz vom 24. März 2006 über die Familienzulagen (FamZG), in Kraft seit 1.1.2009
  • Bundesgesetz vom 20. Juni 1952 über die Familienzulagen in der Landwirtschaft (FLG)

Ergänzend zu den Bundesregelungen gibt es in jedem Kanton eine Gesetzgebung über die Familienzulagen.
Die Familienzulagen sind auch Gegenstand von Staatsverträgen und im Verhältnis zu den Staaten der EU und der EFTA sind die Koordinationsnormen der EU anwendbar.


Grundzüge des Systems
Das FamZG gilt für Arbeitnehmende ausserhalb der Landwirtschaft, für Selbständigerwerbenden und für nichterwerbstätige Personen. Für die Landwirtschaft (selbständige Landwirte und Arbeitnehmende in der Landwirtschaft) gilt das FLG.
Eine Besonderheit beim FamZG liegt darin, dass die Kompetenz zum Erlass der Ausführungsbestimmungen und die Aufsicht zwischen Bund und Kantonen geteilt sind. Das FamZG bringt eine gewisse Vereinheitlichung an und sieht in vielen Fragen abschliessende Regelungen durch den Bund vor.

  • Der Bund regelt die Einzelheiten betreffend die Anspruchvoraussetzungen (Beginn und Ende des Anspruchs, Altersgrenzen, Begriff der Ausbildung, Weiterzahlung der Zulagen bei Beendigung des Lohnanspruchs infolge von Krankheit, Unfall usw. und die Koordination mit Leistungen anderer Sozialversicherungen). Der Bund erlässt auch die Ausführungsbestimmungen und die Weisungen dort, wo eine Abgrenzung und Koordination zwischen den einzelnen Kantonen oder einzelnen Anspruchsberechtigten nötig ist. Hier geht es z.B. um die Regelung der Anspruchs-konkurrenz, wenn beide Eltern Anspruch auf Familienzulagen haben oder wenn eine Person bei mehreren Arbeitgebern beschäftigt ist.
     
  • Die Kantone können höhere Leistungen einführen, als sie das FamZG vorschreibt. Sie können sich aber auch auf die Mindestansätze beschränken. Die Kantone regeln Organisation und Finanzierung der Familienzulagen.


In der ganzen Schweiz besteht Anspruch auf Familienzulagen für

  • alle Arbeitnehmenden
  • die Selbständigerwerbenden
  • die Nichterwerbstätigen mit bescheidenen Einkommen

Die Regelungen im Einzelnen

  • Alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben Anspruch auf Familienzulagen. 

  • Die Selbständigerwerbenden sind seit dem 1.1.2013 in allen Kantonen auch dem FamZG unterstellt.
  • Auch bei Teilzeitbeschäftigung gibt es volle Familienzulagen. Es werden keine Teilzulagen mehr ausgerichtet.
     
  • Arbeitnehmende erhalten die Familienzulagen nach der Gesetzgebung des Kantons, in dem sie arbeiten, und zuständig ist die Familienausgleichskasse, bei der ihr Arbeitgeber angeschlossen ist.
     
  • Anspruch besteht für Kinder, zu denen ein Kindesverhältnis besteht, und - unter bestimmten Voraussetzungen - auch für Stiefkinder, Pflegekinder, Enkelkinder und Geschwister.
     
  • Die Leistungen bestehen in Kinderzulagen (für Kinder bis zu 16 Jahren, bei Erwerbsunfähigkeit des Kindes bis zu 20 Jahren) von mindestens Fr. 200.-- und in Ausbildungszulagen (für Kinder von 16 bis 25 Jahren in Ausbildung) von mindestens Fr. 250.-- je Kind und Monat. Die Kantone können höhere Ansätze festlegen.
     
  • Die Kantone können Geburts- und Adoptionszulagen vorsehen und sind in der Bestimmung der Höhe völlig frei. Viele Kantone kennen Geburts- und teilweise auch Adoptionszulagen. Die Voraussetzungen zum Bezug von Geburts- und Adoptionszulagen sind aber für die ganze Schweiz einheitlich geregelt.
     
  • Familienzulagen für Kinder im Ausland werden nur ausgerichtet, wenn Staatsverträge das vorschreiben. Diese restriktive Lösung führt dazu, dass die Leistungen nur in die Staaten der EU und der EFTA sowie in einige andere Länder exportiert werden. Die Wegleitung zum FamZG enthält dazu detaillierte Angaben. Arbeitnehmende, die für einen schweizerischen Arbeitgeber im Ausland arbeiten und weiterhin obligatorisch in der AHV versichert sind, erhalten auch für ihre Kinder im Ausland Familienzulagen, die allerdings der Kaufkraft angepasst werden.
     
  • Haben mehrere Personen Anspruch auf Familienzulagen für das gleiche Kind (Anspruchskonkurrenz), so gilt eine Rangordnung. In erster Line hat Anspruch, wer die elterliche Sorge hat. Haben die Eltern die gemeinsame elterliche Sorge, so hat Vorrang, wer mit dem Kind zusammen lebt. Leben beide Eltern mit dem Kind zusammen, so geht der Anspruch desjenigen vor, der im Wohnsitzkanton des Kindes arbeitet. Arbeiten beide oder arbeitet keiner im Wohnsitzkanton des Kindes, so hat Vorrang, wer das höhere AHV-pflichtige Einkommen erzielt. Wären die Zulagen des anderen Elternteils höher, so erhält dieser die Differenz ausbezahlt, was schon heute im Verhältnis zu Ansprüchen im EU- und EFTA-Ausland der Fall ist.
     
  • Die Nichterwerbstätigen haben Anspruch auf Familienzulagen, sofern ihr Einkommen den anderthalbfachen Betrag einer maximalen vollen Altersrente der AHV nicht übersteigt (Fr. 42’300.-- im Jahr ab 1.1.2015, bis 31.12.2014 Fr. 42'120.--) und sofern sie keine Ergänzungsleistungen zur AHV/IV beziehen. Die Kantone können günstigere Regelungen vorsehen und sie regeln die Organisation und die Finanzierung der Familienzulagen für die Nichterwerbstätigen.
     

 

Adresse  
AK 105

Brunnmattstrasse 45
Postfach
3001 Bern

Tel. 031 379 42 42
Fax 031 379 42 43
Öffnungszeiten  
Mo - Do 8.00 - 11.30
  13.30 - 16.30
   
Fr 8.00 - 11.30
  13.30 - 16.00